In zahlreichen Laboren gehören Ultratiefkühlgeräte (–80 °C-Freezer) zur Grundausstattung für die (Langzeit-)Lagerung biologischer oder klinischer Proben. Häufig handelt es sich bei den Proben um Materialien, die nur schwer oder gar nicht ersetzbar sind – etwa Proben aus Studien, Biobank-Beständen oder langjährig aufgebauten Sammlungen. Entsprechend zentral ist die Frage, was „gute Verwahrung“ in der Praxis bedeutet: Welche Bedingungen müssen tatsächlich erfüllt sein, damit die Integrität der Proben im Hinblick auf ihre spätere Verwendung erhalten bleibt?
Die Wahl eines geeigneten Freezers ist dabei ein wesentlicher Baustein. Neben der Kostenbetrachtung sollten gerätebezogene Kriterien berücksichtigt werden. Datenblätter liefern hier wichtige Anhaltspunkte. Doch wie sähe ein Vergleich von Geräten unter Realbedingungen aus? Mit einem Vergleich unter Realbedingungen würde die Möglichkeit geschaffen, relevante Eigenschaften nachvollziehbar gegenüberzustellen und einzuordnen. Das Unternehmen Cryondo bietet seit einigen Jahren externe Probenlagerung im Kundenauftrag an. Daraus entstand die Idee eines herstellerübergreifenden Freezervergleichs – auch vor dem Hintergrund, dass sichere Lagerung mehr ist als das Aufstellen eines Geräts: Entscheidend ist ein Gesamtkonzept, das sich an der späteren Nutzung der Proben orientiert. So können schon Temperaturdifferenzen innerhalb eines Freezers für bestimmte Proben kritisch sein, während in anderen Anwendungen eher Aspekte wie Stromverbrauch oder Lagervolumen im Vordergrund stehen.
In der Praxis dominieren bei der Geräteauswahl häufig Kaufpreis, Betriebskosten (insbesondere Stromverbrauch) und Verfügbarkeit. Für eine belastbare Bewertung im Laborbetrieb sind jedoch weitere Eigenschaften mindestens ebenso relevant: die Temperaturverteilung im Nutzraum, die Stabilität bei typischer Nutzung (z. B. beim Tür-Öffnen) sowie das Verhalten bei Störungen – bis hin zu Stromausfällen. Diese Faktoren bestimmen mit, wie robust ein System im Alltag ist und wie gut sich Risiken für wertvolle Proben begrenzen lassen.
Praxisnahe Orientierung
Vor diesem Hintergrund wurde ein herstellerübergreifender Freezervergleich initiiert. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit von –80 °C-Freezern unter realen Betriebsbedingungen vergleichbar zu machen – nicht als klassischer Prüflaborversuch, sondern als praxisnaher Abgleich im laufenden Laborumfeld. Damit soll eine Grundlage entstehen, um Geräte nicht nur nach Spezifikation, sondern nach ihrem Verhalten im Alltag einordnen zu können. Dazu wurden Hersteller von –80 °C-Freezern angesprochen und zur Teilnahme eingeladen.
Vergleichbarkeit setzt Mess- und Datenqualität voraus
Für die methodische Umsetzung wird der Vergleich durch Partner mit Erfahrung in Mess- und Monitoringthemen ergänzt. So bringen Spezialisten der SOL Deutschland Praxiswissen aus Kryologistik und Biobanking sowie aus dem Betrieb überwachter Lagerumgebungen ein. Das Unternehmen Essentim ergänzt dies durch Sensorik- und cloudbasierte Monitoringansätze zur strukturierten Erfassung und Nutzung kritischer Betriebsdaten.
Einordnung und Ausblick
Ein herstellerübergreifender Vergleich ersetzt keine individuelle Risikoanalyse – kann aber Transparenz schaffen. Gerade weil Lagerung bei –80 °C in vielen Laboren als „gesetzt“ gilt, lohnt sich der zweite Blick: Welche Eigenschaften sichern Probenqualität im Tagesgeschäft tatsächlich ab? Und welche Anforderungen ergeben sich daraus für Geräteauswahl, Monitoring und Notfallkonzepte?
Die Ergebnisse eines solchen Vergleichs sind dabei nicht als „Ranking“ zu verstehen. Labore unterscheiden sich in Probentypen, Nutzungsprofilen, infrastrukturellen Rahmenbedingungen und Prioritäten – etwa hinsichtlich Temperaturstabilität, Energieverbrauch, Servicekonzepten oder Resilienz bei Störungen. Der praktische Nutzen liegt daher vor allem darin, Entscheidungsgrundlagen zu liefern, mit denen Anwender und Anwenderinnen die für ihren konkreten Einsatz passende Lösung besser begründen und dokumentieren können. Der Freezervergleich soll einen Beitrag zur fachlichen Orientierung liefern – und einen Impuls geben, ULT (Ultra Low Temperature)-Lagerung konsequent als Teil einer professionell gestalteten Labor- und Lagerinfrastruktur zu betrachten.
„Effect of subfreezing storage on the qualities of dough and bread containing pea protein“ Dai, Yunfei, Haiyan Gao, Jie Zeng, Yufen Liu, Yueqi Qin, und
Externe Lagerung und Outsourcing: Effiziente Lösungen für moderne Labore Warum externe Lagerung immer wichtiger wird Labore stehen zunehmend unter Druck, ihre Prozesse effizienter zu gestalten
„Impact of Pre-Analytical and Analytical Variables Associated with Sample Preparation on Flow Cytometric Stainings Obtained with EuroFlow Panels“ Sędek, Ł et al. Cancers 14, 3,
Bericht auf der labo.de Website – Projekt: Real-Life-Vergleich von Ultratiefkühlgeräten
In zahlreichen Laboren gehören Ultratiefkühlgeräte (–80 °C-Freezer) zur Grundausstattung für die (Langzeit-)Lagerung biologischer oder klinischer Proben. Häufig handelt es sich bei den Proben um Materialien, die nur schwer oder gar nicht ersetzbar sind – etwa Proben aus Studien, Biobank-Beständen oder langjährig aufgebauten Sammlungen. Entsprechend zentral ist die Frage, was „gute Verwahrung“ in der Praxis bedeutet: Welche Bedingungen müssen tatsächlich erfüllt sein, damit die Integrität der Proben im Hinblick auf ihre spätere Verwendung erhalten bleibt?
Die Wahl eines geeigneten Freezers ist dabei ein wesentlicher Baustein. Neben der Kostenbetrachtung sollten gerätebezogene Kriterien berücksichtigt werden. Datenblätter liefern hier wichtige Anhaltspunkte. Doch wie sähe ein Vergleich von Geräten unter Realbedingungen aus? Mit einem Vergleich unter Realbedingungen würde die Möglichkeit geschaffen, relevante Eigenschaften nachvollziehbar gegenüberzustellen und einzuordnen. Das Unternehmen Cryondo bietet seit einigen Jahren externe Probenlagerung im Kundenauftrag an. Daraus entstand die Idee eines herstellerübergreifenden Freezervergleichs – auch vor dem Hintergrund, dass sichere Lagerung mehr ist als das Aufstellen eines Geräts: Entscheidend ist ein Gesamtkonzept, das sich an der späteren Nutzung der Proben orientiert. So können schon Temperaturdifferenzen innerhalb eines Freezers für bestimmte Proben kritisch sein, während in anderen Anwendungen eher Aspekte wie Stromverbrauch oder Lagervolumen im Vordergrund stehen.
Welche Eigenschaften im Betrieb zählen
In der Praxis dominieren bei der Geräteauswahl häufig Kaufpreis, Betriebskosten (insbesondere Stromverbrauch) und Verfügbarkeit. Für eine belastbare Bewertung im Laborbetrieb sind jedoch weitere Eigenschaften mindestens ebenso relevant: die Temperaturverteilung im Nutzraum, die Stabilität bei typischer Nutzung (z. B. beim Tür-Öffnen) sowie das Verhalten bei Störungen – bis hin zu Stromausfällen. Diese Faktoren bestimmen mit, wie robust ein System im Alltag ist und wie gut sich Risiken für wertvolle Proben begrenzen lassen.
Praxisnahe Orientierung
Vor diesem Hintergrund wurde ein herstellerübergreifender Freezervergleich initiiert. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit von –80 °C-Freezern unter realen Betriebsbedingungen vergleichbar zu machen – nicht als klassischer Prüflaborversuch, sondern als praxisnaher Abgleich im laufenden Laborumfeld. Damit soll eine Grundlage entstehen, um Geräte nicht nur nach Spezifikation, sondern nach ihrem Verhalten im Alltag einordnen zu können. Dazu wurden Hersteller von –80 °C-Freezern angesprochen und zur Teilnahme eingeladen.
Vergleichbarkeit setzt Mess- und Datenqualität voraus
Für die methodische Umsetzung wird der Vergleich durch Partner mit Erfahrung in Mess- und Monitoringthemen ergänzt. So bringen Spezialisten der SOL Deutschland Praxiswissen aus Kryologistik und Biobanking sowie aus dem Betrieb überwachter Lagerumgebungen ein. Das Unternehmen Essentim ergänzt dies durch Sensorik- und cloudbasierte Monitoringansätze zur strukturierten Erfassung und Nutzung kritischer Betriebsdaten.
Einordnung und Ausblick
Ein herstellerübergreifender Vergleich ersetzt keine individuelle Risikoanalyse – kann aber Transparenz schaffen. Gerade weil Lagerung bei –80 °C in vielen Laboren als „gesetzt“ gilt, lohnt sich der zweite Blick: Welche Eigenschaften sichern Probenqualität im Tagesgeschäft tatsächlich ab? Und welche Anforderungen ergeben sich daraus für Geräteauswahl, Monitoring und Notfallkonzepte?
Die Ergebnisse eines solchen Vergleichs sind dabei nicht als „Ranking“ zu verstehen. Labore unterscheiden sich in Probentypen, Nutzungsprofilen, infrastrukturellen Rahmenbedingungen und Prioritäten – etwa hinsichtlich Temperaturstabilität, Energieverbrauch, Servicekonzepten oder Resilienz bei Störungen. Der praktische Nutzen liegt daher vor allem darin, Entscheidungsgrundlagen zu liefern, mit denen Anwender und Anwenderinnen die für ihren konkreten Einsatz passende Lösung besser begründen und dokumentieren können. Der Freezervergleich soll einen Beitrag zur fachlichen Orientierung liefern – und einen Impuls geben, ULT (Ultra Low Temperature)-Lagerung konsequent als Teil einer professionell gestalteten Labor- und Lagerinfrastruktur zu betrachten.
Bericht von der www.labo.de Seiten
Cryondo’s #JournalClub: no. 018
„Effect of subfreezing storage on the qualities of dough and bread containing pea protein“ Dai, Yunfei, Haiyan Gao, Jie Zeng, Yufen Liu, Yueqi Qin, und
Externe Lagerung und Outsourcing: Effiziente Lösungen für moderne Labore
Externe Lagerung und Outsourcing: Effiziente Lösungen für moderne Labore Warum externe Lagerung immer wichtiger wird Labore stehen zunehmend unter Druck, ihre Prozesse effizienter zu gestalten
Cryondo’s #JournalClub: no. 001
„Impact of Pre-Analytical and Analytical Variables Associated with Sample Preparation on Flow Cytometric Stainings Obtained with EuroFlow Panels“ Sędek, Ł et al. Cancers 14, 3,